Die Gebäude

ERKUNDUNG DER STÄTTE

Entdecken die Bauwerke von Le Corbusier, Jean Prouvé und Renzo Piano

Entdecken Sie die Werke  auf dem Hügel Notre-Dame du Haut .

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Carte RPBW – Allemand
DIE PYRAMIDE DIE KAPELLE NOTRE-DAME DU HAUT DIE PORTERIE DAS ORATORIUM DAS PILGERHAUS DAS HAUS DES KAPLANS DER KAMPANILE DAS KLOSTER SAINTE CLAIRE Ansicht Michel Corajoud Pförtnerhaus Ansicht Süd Ansicht Michel Corajoud Kloster der Heiligen Klara Ansicht Nord Ansicht Ost

DIE PYRAMIDE

Die Pyramide wurde kurz vor der Einweihung der Kapelle aus den restlichen Steinen der abgebrochenen Kapelle gebaut. Sie ist ein Mahnmal für die schweren Kämpfe, die 1944 auf dem Hügel stattfanden, gebaut auf Wunsch der Veteranen von Ronchamp

DIE KAPELLE NOTRE-DAME DU HAUT

Die Kapelle Notre-Dame du Haut, die bei den Bombenangriffen 1944 zerstört, von Le Corbusier wieder aufgebaut und 1955 eingeweiht wurde. Diese Kapelle, ein Juwel der modernen Architektur, erfindet den traditionellen sakralen Raum neu, indem sie den Grundriss des Kreuzes aufgibt, und in der das Licht eine wichtige symbolische Rolle spielt.

DAS ORATORIUM

Das Oratorium ist die Kapelle, in der sich die Schwestern jeden Tag zum Gebet versammeln. Wie in Notre-Dame du Haut erhebt sich zum Chor hin ein scheinbar schwebendes Gewölbe, das auf das Licht im Zenit trifft.

DAS PILGERHAUS

Das Pilgerhaus war für die Unterbringung der Arbeiter beim Bau der Kapelle gedacht. Es umfasst zwei große Schlafsäle, ein Refektorium und eine Küche. Nach der Einweihung der Kapelle konnten Pilger oder andere Gruppen hier für einige Tage übernachten.

DAS HAUS DES KAPLANS

Dieses Haus wurde ursprünglich für den Verwalter des Geländes gebaut, der es jedoch nie bewohnte. Der Name stammt von dem Kaplan – dem für die Kapelle zuständigen Priester -, der in dem Haus wohnte.

DER KAMPANILE

Le Corbusier wollte keine Glocken für die Kapelle, aber er stellte sich ein elektroakustisches System vor, das nie das Licht der Welt erblickte. 1975, nach dem Tod von Le Corbusier, schuf Jean Prouvé einen Stahlbogen, der drei Glocken trägt.

DAS KLOSTER SAINTE CLAIRE

Das Kloster der heiligen Klara ist halb in den Hang eingegraben und von Notre-Dame du Haut aus nicht zu sehen. Es erstreckt sich über zwei Ebenen: unten die Schlafräume, oben die Bereiche des Gemeinschaftslebens (Empfang, Bibliothek, Werkstätten, Küche, Oratorium). Große Erkerfenster verbinden die Nonnen mit der Natur und der Außenwelt. Stahlbeton ist das Material der Wahl, um das Gewicht der Erde zu tragen, aber auch, um eine Verbindung zum Werk von Le Corbusier herzustellen.

Ansicht Michel Corajoud Pförtnerhaus

In 2008-2011, Michel Corajoud’s workshop works at Ronchamp. In collaboration with Renzo Piano Building Workshop, he imagines the landscape reshaping of the hill and the green roofs of the buildings. Here a view of the green roof and the surroundings of the Gatehouse of Notre-Dame du Haut.

Ansicht Süd

Bei seinem ersten Besuch auf dem Hügel war Le Corbusier beeindruckt von der Aussicht auf die vier Horizonte, die eine starke Inspirationsquelle darstellte. Auf der Südseite sind die ersten Berge des Jura zu sehen.

Ansicht Michel Corajoud Kloster der Heiligen Klara

2008-2011 arbeitet das Atelier von Michel Corajoud in Ronchamp. In Zusammenarbeit mit dem Renzo Piano Building Workshop entwirft er die landschaftliche Neugestaltung des Hügels und die begrünten Dächer der Gebäude. Hier ein Blick auf das begrünte Dach und die Umgebung des Klosters Saint Clare

Ansicht Nord

Lors de sa première visite sur la colline, Le Corbusier a été frappé par la vue des quatre horizons, qui ont été une forte source d’inspiration. Ainsi, la façade Nord offre une vue sur les Vosges.

Ansicht Ost

Bei seinem ersten Besuch auf dem Hügel war Le Corbusier von der Aussicht auf die vier Horizonte beeindruckt, die eine starke Quelle der Inspiration waren. Die Ostfassade bietet daher einen Blick auf die Belfort-Kluft.

DIE BAUWERKE VON LE CORBUSIER

DIE KAPELLE NOTRE-DAME DU HAUT

DAS PILGERHAUS

DAS HAUS DES KAPLANS

DIE PYRAMIDE DES FRIEDENS

DIE KAPELLE NOTRE-DAME DU HAUT

Im September 1944 wurde die neogotische Kapelle, die bis dahin den Hügel Bourlémont in Ronchamp gekrönt hatte, zerstört. Nur wenig später nahmen die Eigentümer den Wiederaufbau in Angriff. Sie konnten Le Corbusier für die Planung einer neuen Kapelle gewinnen, die in den Jahren 1953-1955 gebaut wurde.

Notre-Dame du Haut ist eine gebaute Ode an die Natur, und an Maria. Wie ein weißer Leuchtturm ist sie schon von weitem zu sehen. Die runden Wände erinnern ebenso an die umgebende Landschaft wie an mütterliche Zärtlichkeit. Den Innenraum bezeichnete Le Corbusier als einen «Ort der Stille, des Gebets, des Friedens und der inneren Freude». Das Licht, diffus und geheimnisvoll, verbindet Besucher und Gläubige mit dem Höheren.

Die Kapelle vereint Tradition und Moderne. Die traditionelle Liturgie, die Bedeutung des Lichts und die Hinwendung der Gläubigen zum Himmel bilden die Grundlage des Entwurfs. Die Architektur des Gebäudes dagegen ist beispiellos modern. Für die Wände der Kapelle wurde, wie über Jahrhunderte üblich, Material der zerstörten Kapelle wiederverwendet, doch die Dachschale aus Stahlbeton ruht nicht auf den Wänden, sondern auf Betonpfeilern. Die Konstruktion basiert auf der architektonischen Lehre, die Le Corbusier in den vorhergehenden 30 Jahren entwickelt hatte.

Schon in den 50er Jahren wurde die Kapelle als Schlüsselwerk der Architektur anerkannt. Noch immer inspiriert sie viele Architekten, und aus aller Welt kommen Besucher, um sie zu bewundern. Mit 16 weiteren Werken Le Corbusiers wurde sie 2016 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen.

DAS PILGERHAUS

Bevor der Bau der Kapelle begonnen wurde, ließ Le Corbusier eine Unterkunft für die Bauarbeiter errichten. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen, leicht verfügbaren Materials (Holz, Lehm) wurde für das Gebäude Mauerwerk und Beton verwendet. Daher konnte es nach der Fertigstellung der Kapelle als Unterkunft für Gruppen und Pilger verwendet werden.

Das schmale, aber lange Pilgerhaus ist parallel zum Hang und nach Südosten ausgerichtet. Zwei große Schlafsäle mit Stockbetten, Sanitärräume und ein großer Speisesaal mit Küche nehmen den größten Teil des Gebäudes ein. Auf der Westseite gibt es ein kleines Appartement für den Herbergsleiter. Zur Zeit kann das Pilgerhaus nicht für Übernachtungen benutzt werden, es kann aber besichtigt werden.

Das Innere ist nahezu unverändert erhalten. Die Möbel wurden von Le Corbusier entworfen. Ihr Gewicht sollte sie sicherlich vor Diebstahl schützen: Tischplatten und Sitzflächen sind aus dicken Holzplatten gefertigt, die Stahlfüße sind ausbetoniert. Auch die lebhafte und fröhliche Farbgestaltung, innen wie außen, wurde vom Architekten gewählt. Die photographischen Reproduktionen mittelalterlicher Fresken, die Le Corbusier im Gebäude anbringen ließ, sind mittlerweile im Archiv. Mit Unterstützung durch die Universität von Tokio konnten von den abgebildeten Werken neue, identische Photographien gemacht und im Pilgerheim aufgehängt werden.

DAS HAUS DES KAPLANS

Im Bestreben, die Umgebung der Kapelle von störenden Gebäuden zu befreien, wollte Le Corbusier die benachbarten Bauten abreißen lassen. Als Ersatz ließ er für den Mesner unterhalb der Kapelle, in der Nähe des Pilgerhauses, ein kleines Wohnhaus bauen, in das die Mesnerfamilie aber nicht einziehen wollte. Sie weigerten sich, ihr bisheriges Wohnhaus am heutigen Standort des Kampanile von Jean Prouvé zu verlassen. So stand das Gebäude leer, bis 1958 der langjährige Kaplan und begeisterte Streiter für Le Corbusiers Werk, Abbé Bolle-Reddat, einzog. Seither dient es als Wohnhaus für den Kaplan.

Das Haus des Kaplans ist ein perfektes Beispiel für ein modernes Wohnhaus nach den Vorstellungen Le Corbusiers. Mit seinen großen, nach Süd-Westen ausgerichteten Fenstern wird es von einem warmen Licht durchströmt. Die Bodenplatte des Gebäudes liegt nicht direkt auf der Erde auf. Ein Hohlraum verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit, eine Konstruktion, die die Idee der «Pilotis» aufgreift, die Le Corbusier in seinen «5 Punkten einer neuen Architektur» (1927) propagierte. Ein Grasdach krönt das Werk, dient als Wärmedämmung und macht es unauffällig. Von der Kapelle aus gesehen, fügt es sich in die Landschaft ein und ist kaum wahrzunehmen. Im Inneren schafft der Kontrast zwischen den lebhaften Farben und dem Sichtbeton, dem Steine der alten Kapelle beigemischt wurden, eine wohnliche und einladende Atmosphäre.

DIE PYRAMIDE DES FRIEDENS

Die Pyramide des Friedens ist das jüngste von Le Corbusier in Ronchamp errichtete Werk. Ursprünglich wollte er für die Pilger auf der Ostseite seiner Kapelle eine große Terrasse mit Stufen, ähnlich einem Amphitheater, anlegen lassen. Aus finanziellen Gründen mußte diese Idee aufgegeben werden. Stattdessen ließ Le Corbusier 1955 aus Steinen des Vorgängerbaus, die beim Bau der neuen Kapelle übriggeblieben waren, die Pyramide, eine Urform der Architektur, bauen.

Wiederverwendung aus Sparsamkeit oder als Hommage an die Vorgängerbauten? Nicht nur wegen des Ausblicks auf den Außenchor der Kapelle wird die Pyramide von den Besuchern gerne als Sitzplatz angenommen.

Von Pilgern und Besuchern gleichermaßen geschätzt, die von dort aus an der Messe teilnehmen oder die Kapelle betrachten, ist sie eigentlich auf Wunsch der Veteranen von Ronchamp entstanden. Sie wollten ein Mahnmal für die schweren Kämpfe, die auf dem strategisch wichtigen Hügel im September 1944 tobten. Nach einer mehrtägigen Schlacht wurde Ronchamp am 2. Oktober 1944 befreit.

Das von Le Corbusier errichtete Denkmal erinnert an die antiken Pyramiden, Ort des Todes und des Opfers, um die Soldaten, die in den Kämpfen gefallen sind, zu ehren. Doch die Pyramidenform ist auch ein Symbol der Einheit und des Friedens. Um diese Botschaft zu betonen, schuf André Maisonnier, Assistent von Le Corbusier und Bauleiter auf der Baustelle der Kapelle, die Skulptur der Friedenstaube. Auf einem Stahlträger sitzend, wacht sie über den Hügel und seine Besucher.

DIE BAUWERKE VON JEAN PROUVE

DER KAMPANILE

DER KAMPANILE (GLOCKENTURM)

Zu der modernen Gestaltung der Kapelle wollte Le Corbusier auch die passende Musik: weder Orgel noch Glocken, sondern eine elektrische Tonanlage. Weder bei den Eigentümern noch bei der Diözese fand diese Idee Zustimmung.

Auf Drängen des Kaplans Bolle-Reddat erklärte sich Le Corbusier im Sommer 1965 bereit, einen Kampanile zu entwerfen. Wenig später starb Le Corbusier, und erst 10 Jahre später entwarf Jean Prouvé den Kampanile. Er steht 30 Meter von der Kapelle entfernt und ist als einfache Stahlkonstruktion ausgeführt, um nicht in Konkurrenz mit der Kapelle zu treten.

Die beiden größeren Glocken hingen schon in der früheren Kapelle, sie haben den Krieg unbeschädigt überstanden. Die dritte Glocke mußte neu gegossen werden. Sie stammt aus der Gießerei Paccard in Annecy und trägt die Namen von Le Corbusiers Mutter und seiner Frau: Charlotte-Amélie-Yvonne-Marie.

Das Angelusläuten ist täglich um 9, 12 und 19 Uhr zu hören. Die Glocken werden mittels einer automatischen Steuerung in der Sakristei geläutet.

An wichtigen Festtagen läuten alle drei Glocken. Ihre Schlagtöne sind e¹, fis¹ und a¹.

DIE BAUWERKE VON RENZO PIANO

DAS KLOSTER SAINTE-CLAIRE

DIE PORTERIE

DAS KLOSTER SAINTE-CLAIRE

Die Idee, auf dem Hügel ein Kloster zu bauen, entstand im Jahr 2003, nachdem die Stelle des Kaplans seit dem Tod des Abbé Bolle-Reddat (2000) vakant war. Eine Gemeinschaft von Klarissen aus Besançon zog im Jahr 2009 auf den Hügel. Seither tragen sie mit ihren regelmäßigen Andachten in der Kapelle einen wichtigen Teil zum religiösen Leben auf dem Hügel bei. Im Kloster gibt es auch Gästezimmer für Pilger, die einige Tage auf dem Hügel bleiben möchten.

Das Kloster wurde von 2009 bis 2011 nach den Plänen des Architekten Renzo Piano erbaut. Die Räume des Klosters sind auf 2 Ebenen angeordnet, die größtenteils vom Hang überdeckt sind und sich zum Tal öffnen. Dadurch ist das Gebäude von der Kapelle aus nicht zu sehen und stört den Bezug der Kapelle zur Landschaft nicht. Innen reflektiert der helle Sichtbeton das Licht. Einige Wände und Decken sind in warmen Farbtönen gestrichen und verbreiten eine fröhliche Stimmung. Die Fenster der Wohn- und Arbeitsräume nehmen jeweils eine ganze Wand ein und verbinden die Räume mit dem Freien. Die Außenanlagen wurden von Renzo Piano und dem Landschaftsarchitekten Michel Corajoud entworfen.


Das Kloster ist klein, aber für den Bedarf der Gemeinschaft ausreichend bemessen: Zimmer für die Nonnen, eine Bibliothek, das Schneideratelier mit den Arbeitsplätzen der Nonnen, eine Küche, das Refektorium und eine kleine Kapelle («Oratoire», «Oratorium»). Die Kapelle, deren Gestaltung die Idee einer Höhle zugrundeliegt, ist als einziger Teil des Klosters für Besucher zugänglich. Ihr Gewölbe hebt sich zum Altar hin an. Dort läßt ein Lichtband das Tageslicht einfallen.

 

DAS EMPFANGSGEBÄUDE «PORTERIE DE NOTRE-DAME DU HAUT»

Zusammen mit dem Bau des Klosters wurde Renzo Piano beauftragt, ein neues Gebäude für den Empfang der Besucher zu entwerfen. Das bisherige Gebäude war dafür wenig geeignet und fügte sich nicht in die Umgebung ein. So entstand die «Porterie».


Traditionell steht eine «Porterie» (Torhaus) am Eingang einer Burg oder eines Klosters. Dort ist die Pförtnerloge untergebracht, das Torhaus kennzeichnet den Übergang zwischen dem öffentlichen Raum und dem Burg- oder Klosterbereich. Auf die gleiche Art markiert das Empfangsgebäude den Eingang zum Gelände. Im Pavillon sind Information mit Kasse und Boutique, ein Ausstellungsbereich, Sanitärräume und Sitzgelegenheiten für Besucher untergebracht.


Durch die großen Fenster und einen offenen Kamin herrscht das ganze Jahr hindurch eine helle und freundliche Atmosphäre in der Porterie. Nur wenige Besucher bleiben angesichts der gelungenen Verbindung von Natur, Licht und Architektur unbeeindruckt. Das Gebäude ist zurückhaltend in den Hügel hineingebaut und von der Kapelle aus nicht zu sehen, es beeinträchtigt den Blick in die Landschaft nicht. Der Entwurf von Renzo Piano konkurriert nicht mit den Werken von Le Corbusier, sondern begleitet und schützt sie. Das Gründach, das nahtlos in den Hügel übergeht, nimmt Le Corbusiers Idee des Grasdachs auf Pilgerhaus und Haus des Kaplans wieder auf.

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La Colline Notre-Dame du Haut est fermée le 1er janvier 2024

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