Le Corbusier

Charles-Edouard Jeanneret, -unter dem Namen Le Corbusier (1887-1965) bekannt- stammte aus La Chaux-de-Fonds (in der Schweiz). Er war nicht nur Architekt, Maler, Stadtplaner, sondern auch Schriftsteller und Humanwissenschaften.

Als Theoretiker wirkte er wegweisend für die Moderne. Er ließ die fünf Grundpfeiler der Architektur sichtbar werden, indem er die Planung und die freie Fassadengestaltung durchdachte, und außerdem den Einsatz von Pfeilern, Fensterbändern und gestaffelte Dachkonstruktionen.

Dies sind die fünf Hauptpunkte einer neuen Architekturtheorie :
- Die Stützen
- -der Dachgarten
- -die freie Grundrissgestaltung
- -das Langfenster
- -die freie Fassadengestaltung

Er plädierte für rationelle Bauweise und die Verwendung von neuen Baustoffen, vor allem dem Beton, dessen Reinheit er schätzte. Gelegentlich sprach man von „Brutalität“ oder „Brutalismus“, um diese Ästhetik des Rohbetons zu bezeichnen. Dieser Architekt suchte außerdem seinen Werken die größtmögliche Kohärenz zu verleihen durch Ausprägung von Modulen, die universelle Proportionen nach menschlichem Maßstab umformen. Dieses „System“ nennt man „Modulor“.

Im Bestreben, seine neuen Ideen zu verbreiten, berief er internationale Kongresse für moderne Architektur ein, so 1928 den CIAM. Der bekannteste brachte 1933 die Charta von Athen hervor, die zu dem Thema „funktionelle Stadt“ Raum- Einteilung und –Bemessung gemäß den vier Grundprinzipien für Stadtplanung entwickelte, das heißt : Leben, Arbeit , Freizeit und Verkehr.

Unter Le Corbusier Hauptbauwerken können die Villa Savoye (1928-1931 – Poissy) und die Wohnanlage in Marseille (Unité d’habitation - 1946-1952) genannt werden. An der Stadtplanung für Chandigarh (Indien) arbeitete er zwischen 1952 und 1959. Sein berühmtester Sakralbau ist die Kapelle „Notre-Dame du Haut“ (Kapelle zu Unserer lieben Frau auf der Höhe) , die er 1955 auf dem Hügel oberhalb der Stadt Ronchamp errichtete. „Mit dem Errichten dieser Kapelle wollte ich einen Ort der Stille, des Gebets, des Friedens, und der inneren Freude erschaffen“, bekannte Le Corbusier am Tage der Einweihung des Bauwerkes.

Le Corbusier war einer der ersten Architekten, der gleichzeitig in verschiedenen Ländern arbeitete. Von daher war er schon zu seinen Lebzeiten anerkannt.

Jean Prouvé

Der Metallkonstrukteur, Architekt und Ingenieur Jean Prouvé (1901-1984) setzte sich leidenschaftlich ein für Fragen der Arbeit und des Wohnungsbaus. Er verhalf der Verwendung von Metall zum Aufschwung, speziell dem Aluminium, das seinen Werken Leichtigkeit verleiht, besonders den Fassaden.

Gleichzeitig ging es ihm um dir Verwandlungsmöglichkeiten der Räume, und die Verwendung vorgefertigter Teile im Wohnungsbau. Er verband Rationalität der Moderne mit dem Design , indem er einfache standardisierte Möbel zur Serienfertigung entwarf. Die Werke von Jean Prouvé sind entscheidend beeinflusst von seinem Zeitgenossen und Mitarbeiter Le Corbusier.

Im Rahmen der Architekturplanung interessierte Jean Prouvé besonders die soziale Frage wie „das Maison du Peuple“ in Clichy bezeugt (1935-1939).

Unter seinen weiteren bemerkenswerten Bauwerken kann man „das Tropenhaus“ (1949) in Niamey , „den Nobel-Turm“im Viertel „La Défense“ in Paris (1967-1969) oder die Sporthalle in Paris-Bercy (1981-1984)nennen. Er entwarf ebenso Möbel wie den berühmten Standard-Stuhl (1934) oder den „Compas-Tisch“ (1952) oder den „Anthony-Sessel“ (1953).

Eines unter den wenigen Sakralwerken von Jean Prouvé wäre der Glockenturm der Kapelle „Notre-Dame du Haut“ in Ronchamp (1975) zu nennen. Den Auftrag dazu hierzu erteilte ihm der Kaplan direkt nach dem Tod von Le Corbusier.
„ Ich versuchte Jean Prouvé für den Entwurf eines Glockenturms zu gewinnen, weil er mir am geeignetsten erschien für die Vollendung des verwaisten Werks von Le Corbusier. Zustimmung fiel ihm sehr schwer, da er die Konfrontation mit dem so herausragenden Werk und der Persönlichkeit Le Corbusiers fürchtete.

Schließlich gab er meiner inständigen Bitte nach, nahm die Baustelle in Augenschein, zeichnete einige Skizzen und sagte im Weggehen : Das scheint mir machbar und wird nicht allzu teuer kommen….“Abt Bolle-Reddat, 1986)“.

Die drei Glocken werden von einem einfachen Metallgestell getragen. Zwei ältere Glocken hatten 1944 die Bombardierung des Hügels überdauert und die kleinste wurde eigens gegossen. Das Werk von Jean Prouvé stimmt in seiner klaren Einfachheit mit der Kapelle überein.

1981 erhielt Jean Prouvé den Erasmus-Preis, in Anerkennung für seinen Beitrag zur kulturellen Entwicklung Europas. Allerdings fand die Arbeit Jean Prouvé lange Zeit wenig Anerkennung.

Renzo Piano

Renzo Piano ist 1937 in Genua geboren. Als Spross einer Baumeisterfamilie legte er stets großen Wert auf die Bedeutung der Materialien und Bautechniken. Architektur ist für ihn ein langer Reifungsprozess vom Entwurf bis zur Bauarbeit selbst. . Große Bedeutung misst Renzo Piano außerdem der Umgebung bei, in die sich seine Bauten einfügen und lässt durch die Architektur jeweils Immaterielles zur Wirkung kommen. : Klarheit, Leichtigkeit und Licht .

Unter den Hauptwerken von Renzo Piano kann man das „Centre Pompidou“ (Kunst- und Kulturzentrum) in Paris (1971-1977), das Kulturzentrum „Jean-Marie Tjiibaou in Nouméa nennen, sowie die Stiftung Beyeler in Basel, die in den 90er Jahren erbaut wurde. An Stadtplanungen war er gleichzeitig beteiligt in Japan mit dem internationalem Flughafen in Kansai und in Deutschland beim Wiederaufbau des Potsdamer Platzes in Berlin.. Seine Heimatstadt Genua verdankt Renzo Piano den Titel der Kulturhauptstadt 2004 für seine Neugestaltung des alten Hafens (1985-1992). Gleichermaßen bedeutungsvoll sind zu erwähnen : das Haus der New-York Times in USA. Und der „Shard“ , das höchste Bauwerk in Europa , das 2012 in London eingeweiht wurde.

Zwischen 2006 und 2011 arbeitete Renzo Piano am Kloster Sankt Klara und der Porterie unterhalb der Kapelle „Notre-Dame du Haut in Ronchamp. Mit diesem Projekt blieb er aufs Neue seinen Prinzipien treu. „… um einen guten Raum zu erschaffen , ist es nicht damit getan , Wände, Böden und eine Decke zu bauen, vielmehr gilt es immaterielle Elemente wie Licht und Farben und die Vegetation einzubeziehen“ (Renzo Piano – Genua, 1968).

Michel Corajoud

Michel Corajoud ist 1937 in Annecy geboren. Bevor er Landschaftsplaner wird, studiert er Gewerbekunst und arbeitet bei Bernard Rousseau, einem früheren Mitarbeiter Le Corbusiers. In den 70er Jahren schließt sich M. Corajoud mit Stadt- und Landschaftsplanern zusammen zu dem „ Atelier d’Urbanisme et d’Architecture“. Er leitet Stadtstudien-Projekte in Afrika und nimmt an zahlreichen Wettbewerben für Park-Gestaltung teil.

Seit 1975 arbeitet er zusammen mit seiner Frau Claire Corajoud, ebenfalls einer Landschaftsplanerin.Gemeinsam haben sie das Projekt von „Parc du Sausset“ in Seine-Saint-Denis (1981-2005) geschaffen, von „Parc Gerland in Lyon (1999-2006), weiterhin den Landschaftspark „Les Jardins d’Eole „ in Paris (2004-2006).
Unter den Hauptwerken von Michel Corajoud kann man diejenigen nennen, die er mit Renzo Piano geschaffen hat: Das alte Stahlwerk von Falck in Sesto San Giovanni (2006) oder die „Cité Internationale Zones Amont et Aval“ in Lyon (2001).

Charakteristisch für seine Arbeit ist die Inszenierung der Verbindung zwischen umgebender Landschaft und der Hervorhebung der Pflanzenwelt.

Im Jahre 2003 erhält er den Großen Preis für Stadtgestaltung, womit der Landschaftsgestaltung für Städte gebührende Bedeutung beigemessen wird. Neben anderen Funktionen hat Michel Corajoud eine Professur für Landschaftsplanung an der Hochschule („Ecole Nationale Supérieure“) in Versailles.

Zwischen den Jahren 2008 und 2011 arbeitet das Atelier Michel Corajoud in Ronchamp. Zusammen mit dem Büro von Renzo Piano konzipiert er die Umformung der Hügelgestalt und die Bepflanzung des Gebäudes.

Heute gilt Michel Corajoud als Begründer eines neuen Begriffs von Landschaftsgestaltung überhaupt.